Warum gibt es den Beitragsservice?

tax-consultant-1249530_1920Der Beitragsservice ist, wie im letzten Beitrag („Was ist der Beitragsservice?„) ausgeführt wurde, nur eine Art Handlanger der Rundfunkanstalten für die Erhebung der Rundfunkbeiträge und handelt in deren Auftrag und für deren Rechnung, aber nicht für sich selbst.

Aber warum gibt es diesen Beitragsservice denn nun überhaupt? Warum machen das die Rundfunkanstalten nicht selbst durch eigene Abteilungen?

Vordergründig dürfte es um Effizienz gehen: Die Erhebung und Abwicklung der Beitragspflicht ist eine Aufgabe, die sich für jede Rundfunkanstalt in gleicher Weise stellt. Ob nun der NDR oder der SWR Beitragsbescheide verschickt, Widersprüche bearbeitet und vermeintliche Forderungen vollstreckt, ist in der Sache relativ egal. Darum kann man diese Vorgänge auch bündeln und einer zentralen Stelle übertragen.

Relevant ist mit Sicherheit aber auch eine PR-Überlegung:

Getrennt werden soll zwischen den „guten“ Fernsehsendern. Diese übertragen meine geliebte Lindenstraße, Fußballspiele, anspruchsvolle Liebesschnulzen, interessante Dokumentationen sowie informative und objektive Nachrichten.

Den Kontrast dazu liefert der „böse“ Beitragsservice, der immer nur unser Geld will. Für viele Menschen ist der Beitragsservice daher auch schon zum Feindbild geworden. Natürlich haben Anti-Staatsrundfunk-Aktivisten, die sich insbesondere in den mittlerweile zahlreichen Facebook-Gruppen zum Thema einfinden, in aller Regel auch den Blick für das große Ganze und sehen die Sender ebenso kritisch wie den verhassten Beitragsservice.

Aber für Masse an Bürgern, die sich einfach nur deshalb über den Beitrag ärgern, weil sie ihn bezahlen müssen, fungiert der Beitragsservice so vielleicht als Blitzableiter. Er nimmt die ganze Schuld auf sich und lenkt so davon ab, dass er nur die „Drecksarbeit“ für die Landesrundfunkanstalten macht.